„Du musst über meine Arbeiten reden und schreiben. Das musst Du tun.“, sagte der Künstler Ingolf Timpner (1963 – 2018) zu seiner Frau, wenige Wochen, bevor er starb. Diese Bitte war ernst gemeint und doch recht kühn, denn seine Frau, die sein Leben und Werk als Künstler 23 Jahre eng und aufmerksam begleitet hatte, vertrat stets die Ansicht, dass man über Kunst gar nicht sprechen müsse, da die Kunst selbst ja alles sage. Die Kunst, so ihre Überzeugung, sei ja gerade selbst ihre eigene Sprache, in der sie kommuniziere und oftmals etwas mitteile, wofür es ja gar keine Worte gebe. Und wenige Wochen später saß sie da mit einem 40 Jahre umfassenden Oeuvre des Künstlers und seinem Wunsch, der ihr nun zu Aufgabe und Geschenk zugleich wurde. So entstand die ITNS Nachlassverwaltung; „ITNS – ohne Punkt und Komma“, wie sie gern erläutert. Dazu gehören das Konzept der privaten Salon-Ausstellungen Private Review/Private Preview, deren Besucher sich zu einem stetig wachsenden Freundeskreis erweitern, sondern auch monatliche Newsletter mit den Einzelwerkbetrachtungen zu Ingolf Timpner -und seit 2025 neu- auch weiteren Informationen zu Aktivitäten der ITNS und Einzelwerkbetrachtungen zu anderen Künstlerinnen und Künstlern sowie pünktlich zum 60. Geburtstag des Künstlers im Jahre 2023 der ITNS Verlag Düsseldorf.
Aus der Frau, die die Kunst liebt und das Gespräch darüber mied, wurde eine Publizistin und Verlegerin.
Es kam, wie es kommen musste und es gibt kein Zurück mehr: ich schreibe Texte über Kunst und zur Kunst. Und das mit großer Freude. Es ist mir zu einem Herzensanliegen geworden, mich in den Diskurs über Kunst einzubringen und mit meinen Texten einen persönlichen Beitrag dazu zu leisten, dass Künstler sich gesehen fühlen – auch jenseits des akademisch-kunsthistorischen Kontextes. In meinem Blick auf Kunst gestatte ich mir daher auch immer einen hoch subjektiven Blick.
Zugleich ist es mir eine Freude, Kunsthistoriker*_innen und Sammler*_innen und Connaisseure in Publikationen zusammenzubringen und durch die Texte unterschiedlicher Autoren einen „Salon zwischen zwei Buchdeckeln“ zu eröffnen.
Bei allen Veränderungen, die seit 2018 eingetreten sind, gibt es bei mir doch eine Konstante: Niemals darf sich etwas nur um einen einzigen Künstler drehen. Das würde ich als intellektuelle Befangenheit und damit als „Todsünde“ empfinden und kein Künstler hat es verdient, sein Werk nur sich selbst auszusetzen. Gerade als Kunst-Liebhaberin bin ich der Ansicht, dass Kunst miteinander kommunizieren muss. Die Kunstwerke in ihrer autonomen Existenz haben ein Anrecht auf einen „eigenen Freundeskreis“. Und die Texte dazu, sowie die kuratorische Tätigkeit in Bezug auf Ausstellungen, sind im Grunde solche „Salon-Räume“.
Der ITNS Verlag versteht sich als ein kleiner, feiner Verlag, der sich mit Subtilität Nischen-Themen widmen kann.
Mein Werdegang
Ich bin forensische Psychiaterin. Ich habe Medizin studiert, bin Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie geworden, habe von 2000 bis 2018 zwei Kliniken für Forensische Psychiatrie geleitet und mich dann für die reine Sachverständigentätigkeit entschieden. Seit 2018 bin ich ausschließlich mit der Erstellung von Gutachten in meinem Spezialgebiet befasst und bin auch Mit-Herausgeberin von Fachbüchern in wissenschaftlichen Verlagen sowie im Sachbuchbereich (Piper, Ecowin, Kamphausen).
Alles weitere steht auf meiner Homepage www.nahlah-saimeh.de sowie in einigen ausführlichen Podcast-Gesprächen und in Interviews in Zeitungen und Nachrichten-Magazinen (SZ, FAZ, TAZ, SPIEGEL, STERN, GEO).
Und wo ist die Verbindung zur Kunst?
Ich bin immer mit Kunst und Kunstschaffen in Berührung gekommen. Mein Großvater war Künstler. Ich kenne es nicht anders, als dass ein Mensch sich in seiner Kunst ausdrückt und zwar egal, ob er von anderen Personen verstanden wird oder nicht.
1995 wurden der Künstler Ingolf Timpner und ich ein jeder des anderen Lebensmenschen.
Mit seinem wohl überlegten und bis ins Detail geplanten Sprung ins Transzendente hat er einen Impuls in mein Leben gesetzt, der sich immer mehr ausbreitet und der mich mit großer Dankbarkeit erfüllt.
Die ITNS Nachlassverwaltung, der ITNS Verlag und auch die Geburt als Konzeptkünstlerin Ingnahl Magadan (www.ingnahl-magadan.de) sind diese „Kreise im Wasser“, die sich beständig erweitern in der Hoffnung, andere Menschen damit berühren zu können.
Mögen die Publikationen nicht nur Interesse wecken, sondern auch Kreise menschlicher Begegnungen ziehen. Diese leib-gebundene Existenz ist unsere Zeit und wir haben nur diese, um sie in schöpferischer Kraft miteinander zu teilen.
Dr. Nahlah Saimeh